03.03.2010
Interview
Metall: Worauf sollte man beim Kauf einer Fräsmaschine besonders achten?
Kubinger: Beim Kauf einer Fräsmaschine sind folgende Faktoren wichtig: Fräsleistung, Bohrleistung, Verfahrwege der Achsen und der Einsatzbereich allgemein. Weiters müssen auch der Service und die Ersatzteilversorgung garantiert werden, TÜV-Austria-geprüfte Maschinen bieten dem Anwender besonders hohen Unfallschutz.
Hesse: Auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, rasche Ersatzteilverfügbarkeit und einen gut funktionierenden Kundendienst.
Leithner: Neben der Top-Qualität von Hard- und Software sind die Möglichkeit, auf individuelle Kundenwünsche einzugehen, und der gebotene Service und Support sicherlich die wichtigsten Entscheidungskriterien.
Metall: Wie wirkt sich die momentane Marktsituation auf diesen Sektor der Werkzeugmaschinen aus?
Kubinger: Speziell die Industrie steht derzeit mit Investitionen (noch) auf der Bremse, dies ist aber meiner Meinung nach nur noch von kurzer Dauer. Die Gewerbe- und Handwerksbetriebe haben auch im Vorjahr ganz gut investiert. Ausbildungszentren waren im abgelaufenen Jahr besonders gute Kunden. Die Erwartungen für heuer sind infolge vieler Umschulungsmaßnahmen der öffentlichen Hand ausgesprochen gut.
Hesse: Es werden aktuell mehr Reparaturmaschinen angefragt als Produktionsmaschinen, zusätzlich ist auch die Nachfrage nach Reparaturleistungen gestiegen.
Leithner: Gerade der Maschinenbau wurde heftig von den Wirren der Krise gebeutelt. In solchen Situationen kann man sich nur durch konsequente Weiterentwicklung und noch stärkere Kundenorientierung beweisen. Es ist wohl so, dass man gerade in schlechten Zeiten investieren muss, um bei einer Erholung der Wirtschaftslage vorne zu liegen.
Metall: Wie ist der aktuelle Stand der Technik bei Fräsmaschinen?
Kubinger: Wir bieten präzise, hoch ergonomische Fräsmaschinen, größtenteils mit digitalen Positionsanzeigen ausgestattet, für alle Einsatzgebiete an.
Hesse: Bei den konventionellen Fräsmaschinen ist der aktuelle Stand der Technik seit Jahren ausgereift und es wird sich auch in naher Zukunft nicht viel ändern.
Leithner: Die computergesteuerte Frästechnologie hat in den letzten Jahren mehr und mehr Einzug in viele kleinere Unternehmen gehalten. Die Steuerung über handelsübliche PCs mittels bedienerfreundlicher Software führte zu einer „Demokratisierung“ dieser Anlagen.
Metall: Zeichnet sich ein gewisser Trend ab?
Kubinger: Für konventionelle Fräsmaschinen wird es immer einen Markt geben. In Schulen, Lehrwerkstätten und Fachhochschulen wird grundsätzlich (zu Beginn) mit konventionellen mechanischen Fräsmaschinen gearbeitet. Wir haben stetig Kontakt zu unseren Anwendern und Produzenten, stimmen die Maschinen auf die Bedürfnisse des Kunden ab und brauchen daher auch keine Angst vor der Zukunft zu haben.
Hesse: Wie schon oben erwähnt ist die derzeitige Wirtschaftslage ein guter Nährboden für konventionelle Maschinen für den Reparaturbetrieb sowie für die Instandhaltung und Reparatur bereits älterer Maschinen in den Betrieben.
Leithner: Wirtschaftlich gesehen scheint sich zurzeit eine Marktbereinigung abzuzeichnen, was der Qualität nur zuträglich sein kann. Technisch gesehen geht der Trend sicherlich in Richtung 3D-Bearbeitung. Dies ist heute bereits mit den kleinsten Anlagen möglich, ohne dass exorbitante Kosten, die Software oder Hardware betreffen, anfallen.
Metall: Welche Entwicklungsmöglichkeiten sehen Sie noch bei Fräsmaschinen?
Kubinger: Nach dem Motto „Stillstand wäre Rückschritt“ bleiben wir auch hier am Ball und entwickeln unsere Produkte laufend weiter. In der Zukunft haben wir geplant, auch in den Sektor CNC-Drehen und -Fräsen einzusteigen.
Hesse: Im Bereich der CNC-gesteuerten Maschinen ist sicherlich noch einiges an Entwicklungspotenzial im speziellen Hinblick auf Software und Vernetzung vorhanden.
Leithner: Individuelle Beratung und Betreuung werden immer wichtiger. Unsere Aufgabe ist es, für die komplexeste Anforderung die einfachste Lösung anzubieten. Darüber hinaus gibt es so manche Branche, die den Einsatz von PC-gesteuerten Anlagen aus Angst vor den technischen Anforderungen im Moment noch nicht in Erwägung zieht. Hier gilt es, Überzeugungsarbeit zu leisten und zu zeigen, wie breit das Applikationsspektrum dieser Anlagen ist.

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