Metallbautag 2010
14.05.2010
Form follows Energy
Der Saal im Salzburger Renaissance Hotel war gerammelt voll, die Referenten an diesem Tag konnten sich sehen lassen. Von DI Georg Pommer ( MA 39) über Dr.-Ing. Helmut Köster (Lichtplanung) bis hin zu Fit for Future (Mag. Greger, AFI, und DI Karlheinz Rink, AMFT) prägten als Vortragende das Programm. Das Thema der Veranstaltung lag im Trend und lautete: „Metallbautechnik ist Nachhaltigkeitstechnik.“ Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller begrüßte die Teilnehmer und verwies in ihrer Rede auf den Hangar 7, der ebenfalls von einem Burgstaller entworfen, konstruiert und realisiert wurde. „Verwandt sind wir aber nicht“, resümierte die Landeshauptfrau.
AMFT-Vorstandsvorsitzender Stefan Fill begrüßte im Namen des Veranstalters, skizzierte kurz das Programm und endete mit der Botschaft, „die Preise von heute sind die Budgets von morgen“.
In gewohnt professioneller Form sprach DI Georg Pommer über Aluminiumkonstruktionen, und zwar von der Nachhaltigkeit bis hin zur Werthaltigkeit. Er beschrieb das Prinzip eines Prüfablaufs, geprüft wurde eine einflügelige Fenstertüre, ein zweiflügeliges Fenster sowie ein einflügeliges Fenster mit fixer Unterlichte. Getestet wurden die Elemente in einer Eingangs- und Schlussprüfung auf Luftdurchlässigkeit und Schlagregendichtheit. Außerdem wurde eine komplette Dauerfunktionsprüfung durchgeführt. Die Ergebnisse im Detail: Bei einer Dauerfunktionsbelastung mit 30.000 Zyklen ist die Funktion der Fenstertüre weiterhin gegeben. Die Luftdurchlässigkeit und Schlagregendichtheit blieben dabei unverändert bei Klasse 4 beziehungsweise 9a. Und bei der maximalen Prüfdauer hielt ein Element bis 50.000 Zyklen. Pommer folgerte somit, dass Alufenster im kommunalen Wohnbau besonders geeignet sind.
Univ.-Prof. Hans Georg Jodl von der TU Wien sprach über Nutzerverhalten/Nutzungsdauer von drei Fensterkonstruktionen unter Betrachtung von vier Rahmenwerkstoffen, nämlich Aluminium, Holz, Holz/Aluminium und Kunststoff. In seiner Expertise für Alufenster ortete Jodl einen geringen Wartungsanfall trotz beanspruchungsintensivem Nutzerverhalten und urteilte, dass die Lebenszykluskosten (LZ) bei einer Musterwohnung mit Alufenster über die gesamte Lebensdauer günstiger als Holz und Holz/Alu sind und nach 26 Jahren auch günstiger als Kunststoff.

v. l. n. r.: Maurhart (AMFT), LH Burgstaller, Fill (AMFT)
Nach Cody kam Dr.-Ing. Helmut Köster als Lichtplaner an das Rednerpult und nannte das Prinzip „Einfallswinkel gleich Ausfallswinkel“ als wichtigen Bezugspunkt für die Lichtplanung. „Wichtig sei“, so Köster, „eine optimale Lichtlenkung zu gewährleisten.“ Die Ziele einer intelligenten Tageslichttechnik umschreibt Köster so: Arbeitsplätze blendfrei zu beschatten und gleichzeitig ausreichend mit Tageslicht zu versorgen, überschüssige Sonnenenergie mittels Spiegeln zu retroreflektieren, die Leuchtdichte des Fensters zu reduzieren und eine Durchsicht zu gewährleisten. „Als Minimalanforderung an eine Tageslichtfassade kann eine Tageslichtautonomie von zirka 80 Prozent bis mindestens sechs Meter Raumtiefe gefordert werden“, so Köster.
Dr. Martin A. Schoiswohl referierte über den Unternehmensauftritt. Sein Credo: Wer kommuniziert, gewinnt. Mag. Harald Greger (AFI) titelte seinen Vortrag „Fit for Future: Initiative Metallbautechnik“. Gemeinsam mit DI Karlheinz Rink (AMFT) sprach man über den Metallbau als wichtige Schnittstelle am Bau und folgerte: Der Metallbauer wird immer mehr zum Dienstleister und er übernimmt zunehmend Aufgaben auf oberster Projektebene. Ergo: Diese neue Rolle muss im Bewusstsein der Baubranche und Metallbaubetriebe besser verankert werden. Den Abschluss der Tagung bildete der Themenblock Technik & Recht.
Dr. Nikolaus Weselik ging auf die neue ÖNorm B 2110 ein und Dr. Anton Grünberger vom Österr. Forschungsinstitut für Chemie und Technik zeigte Trends in der Oberflächentechnik auf. Im Zentrum des Vortrags stand die Pulverbeschichtung als umweltfreundliches Verfahren.
(Redaktion: Eberhard Fuchs, Metall)

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