22.06.2010
Mit glasklarer Produktionstechnik punkten
Die europäische Flachglasbranche musste im Jahr 2009 erhebliche Umsatzeinbrüche hinnehmen. Im deutschen Markt beispielsweise lagen die Rückgänge nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in der Flachglasherstellung bei etwa 19 Prozent gegenüber dem Jahr 2008 und in der Flachglasveredlung immerhin noch bei rund 11 Prozent. Diese Entwicklung zwingt Glashersteller und -veredler zu weitreichenden Sparmaßnahmen.
Eine entscheidende Rolle spielt dabei die Steigerung der Effizienz ihrer Produktionen. Gefragt sind leistungsstarke, hoch flexible Fertigungsanlagen, die die Betriebskosten senken und zudem die Herstellung neuer, innovativer Glasprodukte ermöglichen. Dr. Bernd-Holger Zippe, Vorsitzender des Forums Glastechnik im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V., formuliert die Stoßrichtung so: „Oberstes Ziel muss es sein, im Produktionsprozess vorhandene Kapazitäten bestmöglich auszunutzen, schneller zu produzieren und weniger Energie zu verbrauchen.“
Einstellung auf neue Produkte
Die Bewältigung der schwierigen Marktsituation ist eine der Herausforderungen, denen sich die Unternehmen der Bauglasbranche stellen müssen, die Entwicklung neuer hoch dämmender Glasprodukte eine weitere. Gesetzliche Vorgaben zur Steigerung der Energieeffizienz von Gebäuden haben beispielsweise in Deutschland den Anteil von Dreifach-Isoliergläsern sprunghaft ansteigen lassen. Vor gut eineinhalb Jahren präsentierte Wolfgang Böttcher, Mitarbeiter der Aachener Saint-Gobain Glass GmbH, im Rahmen des Fachsymposiums zur glasstec 2008 eine Marktübersicht, die für Deutschland den Anteil von Dreifach-Isolierglas an neu montierten Verglasungen noch mit 10 Prozent auswies. Damit lag dieser Markt deutlich hinter Schweden (65 Prozent), Norwegen (30 Prozent) und den Alpenstaaten Schweiz (31 Prozent) und Österreich (30 Prozent) zurück. Dieses Bild hat sich stark gewandelt. Nach neuesten Angaben der deutschen Nachbarn hatte Dreifach-Isolierglas im Jahr 2009 bereits einen Anteil von etwa 25 Prozent.
Optimierte Fertigungsabläufe
Isolierglashersteller tun also gut daran, sich auf diese Entwicklung einzustellen. Vom Zuschnitt über die Sortierung, den Zusammenbau und die Abdichtung der Gläser bis hin zum einfachen Glasständer und den Transport der deutlich schwereren Endprodukte – alle Maschinen, Fertigungsschritte und Hilfsmittel müssen auf die neuen Anforderungen ausgerichtet und die Produktionsabläufe optimiert werden, um künftig im internationalen Wettbewerb bestehen zu können.
Dr. Bernd-Holger Zippe setzt bei der Beratung von verarbeitenden Betrieben auf ganzheitliche Analysen: „Wir Maschinenbauer sehen uns die Prozesskette bei unseren Kunden ganz genau an. Wir fragen uns: Was steht vor der Maschine und was dahinter? Sind meine Technologien an die Prozesstechniken meines Kunden angepasst – auch noch in fünf bis sieben Jahren? Was können wir tun, um die Prozesse zu optimieren? Steht eine Anlage zum Beispiel ständig unter Strom, auch wenn sie nur zu 70 Prozent ausgelastet ist, weil beispielsweise die Steuerung nicht nachkommt? Das gehen wir an und bieten entsprechende Lösungen.
“ Beste Rahmenbedingungen, sich über den aktuellen Stand der technischen Entwicklungen zu informieren, bieten internationale Fachmessen wie beispielsweise die in diesem Jahr vom 28. September bis 1. Oktober stattfindende Weltleitmesse glasstec in Düsseldorf. Diese wird vor allem in Bezug auf die energieeffiziente und nachhaltige Produktion einige Neuheiten bereithalten.
Zukunftsweisende Bearbeitungstechniken
Im Bereich der Glasbearbeitung werden in den meisten Betrieben noch die klassischen Technologien eingesetzt, obwohl sich abrasive Hochdruck-Wasserstrahlanlagen längst als sehr effizient gegenüber den klassischen Bearbeitungsverfahren mit Bohrern und Schneidrädchen erwiesen haben. Der Wasserstrahl arbeitet schnell und sehr exakt und er produziert keine kritischen thermischen Belastungen an den Bearbeitungspunkten. Weiteres Einsparpotenzial

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