22.06.2010
Trends bei Feuer-/RauchschutzabÂschlĂĽssen sowie Brandschutzverglasungen

Mit der Auswahl geeigneter Baustoffe, durchdachter Gebäudestrukturen und vernünftigen Kompensationsmaßnahmen kann ein wirkungsvoller, vorbeugender, baulicher Brandschutz erreicht werden
Innovative Gebäude werden immer anspruchsvoller, da hohe Anforderungen an Design, energetische und wirtschaftliche Effizienz sowie die Funktionalität gestellt werden. Dies bedeutet, dass moderne Bauelemente viele Funktionen erfüllen müssen. Auch wenn aufgrund der hohen baurechtlichen Vorgaben der Brandschutz an erster Stelle steht, müssen oft noch weitere Anforderungen erfüllt werden, beispielsweise:
• Zutrittskontrolle und Sicherheit,
• Flucht- und Rettungswegfunktionen (Antipanikverschlüsse,
Notausgangsfunktion),
• Einsatz als natürliche Rauch- und Wärmeabzuganlagen,
• bei Außenbauteilen: Anforderungen an Wärme-/Schall- und
Witterungsschutz u. a.
Da sich die Funktionen gegenseitig beeinflussen und teilweise widersprechen können, beispielsweise beim Brand- und Wärmeschutz, wird die Entwicklung und die Prüfung von Produkten schwieriger und es müssen bei der Gebäudeplanung Kompromisse eingegangen werden. Für anspruchsvolle Bauvorhaben werden Brandschutzkonzepte erarbeitet, in denen der Einsatz von feuerwiderstandsfähigen Bauteilen flexibler definiert werden kann. Mit der Auswahl geeigneter Baustoffe, durchdachter Gebäudestrukturen und geeigneter Kompensationsmaßnahmen kann ein wirkungsvoller, vorbeugender, baulicher Brandschutz erreicht werden, sodass Bauteile mit anderen Feuerwiderstandsklassen zum Einsatz kommen können, als in den Bauordnungen festgeschrieben ist. Deshalb werden im Rahmen von Brandschutzkonzepten u. a. folgende Aspekte bewertet:
• flexiblere Festlegung des Feuerwiderstands,
• Einsatz von Feuer- und Rauchmeldeanlagen,
• Verwendung unterschiedlicher Baumaterialien,
• Planung zusätzlicher Sprinkleranlagen und Löscheinrichtungen,
• zusätzliche Rettungs- und Fluchtwege.
Mit der Einführung der Produktnorm DIN EN 12101-2 für Natürliche Rauch- und Wärmeabzugsgeräte (NRWG) ist beispielsweise auch eine Doppelfunktion aus Lüftung und Entrauchung möglich. Dies fordert von Planern, Herstellern, Prüfstellen und auch Montagebetrieben mehr Kompetenz. Im ift Rosenheim werden deshalb bei der Prüfung von neuen Feuer- und Rauchschutzbauteilen verstärkt weitere Fachabteilungen einbezogen, um bereits bei der Planung der Prüfungen und der Festlegung der Probekörper eine ganzheitliche Bewertung sicherzustellen. Dem trägt auch die DIN EN 1634-1 Rechnung, bei der im direkten Anwendungsbereich Regeln für folgende zulässige Abweichungen vorgegeben werden können:
• Werkstoffe und Konstruktionen,
• dekorative Oberflächenbehandlungen,
• Zargen,
• Beschläge,
• Größenveränderungen,
• asymmetrische Türen,
• Tragkonstruktionen (Wandbauarten).
Auf der Produktebene ist der Trend zu größer, schwerer und transparenter deutlich zu erkennen. Die Architektur fordert Türelemente mit Höhen bis zu 3,50 Metern und Sonderverglasungen, bei denen Flügelgewichte von über 250 kg entstehen. Diese Elemente werden dann in der Regel elektromotorisch angetrieben, sodass weitere Anforderungen, wie z. B. die Maschinenrichtlinie und andere, hinzukommen.
Weiterhin werden neue Materialien und Materialkombinationen eingesetzt, deren Brandeigenschaften neu bewertet werden müssen. Als interessante Alternative zu herkömmlichen Feuerschutzabschlüssen zeigen sich sogenannte „Feuerschutzvorhänge“, die mit Widerstandszeiten von bis zu 180 Minuten eingesetzt werden können. Diese bestehen meistens aus metallischen Geweben und erlauben eine schnelle und flexible Umnutzung von Gebäuden und Räumen.
Allerdings ist deren Einsatzbereich beschränkt, da es sich um Produkte handelt, welche lediglich den Feuerüberschlag, jedoch nicht die Wärmestrahlung verhindern. Das bedeutet, dass diese Produkte nur dort eingesetzt werden können, wo „G-“ bzw. „E-Forderungen“ gestellt werden.
Die zunehmende Internationalisierung, die bei Herstellern spezialisierter Bauelemente zu erkennen ist, führt zu einer verstärkten Nachfrage nach europäisch anerkannten Nachweisen. Bei Fenstern, Fassaden und Türen mit Brandschutzanforderungen werden deshalb bereits heute die zukünftig geltenden Normen DIN EN 14600 „Tore, Türen und zu öffnende Fenster mit Feuer- und/oder Rauchschutzeigenschaften Anforderungen und Klassifizierung“ und DIN EN 13501-2 „Klassifizierung von Bauprodukten und Bauarten zu ihrem Brandverhalten“ angewendet.
Hier sind dann nicht mehr die Kennbuchstaben wie beispielsweise T 30 oder F 30 maßgebend, sondern die Kriterien werden aufgegliedert. So kann ein selbstschließender Feuer-/Rauchschutzabschluss die europäische Klassifizierung

METALL
allesdigital.at
Der österreichische Wirtschaftsverlag gibt ab sofort das Consumermagazin für Unterhaltungs-elektronik allesdigital.at heraus und übernimmt das dazu gehörige Webportal allesdigital.at
mehr lesen |
AUSSCHREIBUNGEN DER WOCHE
|
Finden Sie neue Ausschreibungen für Ihre Branche! [mehr lesen]
|

Werbung
Werbung



Drucken
Empfehlen
Kommentieren
Share
Kommentar schreiben



