29.06.2010
New Deal mit Tradition
Blindnieten, Befestiger, Schwerlastnieten, Arretierungen, Verschlusselemente, Dichtstopfen, sicherbare Präzisionsmuttern, Einpressbefestiger, Gewindeeinsätze etc. – die Liste der oft unscheinbaren Helfer, wenn es sich um das Fügen von Blechen, aber auch von Blechen mit anderen Materialien handelt, ließe sich immer weiter fortführen. Verbindungselemente und -techniken beim Bau von Fahrzeugen, aber auch von elektronischen Geräten, Gehäusen, Regalen oder hydraulischen Anlagen sind ebenso vielfältig wie die Branchen, in denen sie eingesetzt werden.
All das – und noch etliches mehr – ist die Geschäftswelt der KVT-Koenig Group nach einer über achtzigjährigen Entwicklung.
Von der Blindniete zur Systemlösung
Am Anfang stand das Konstruktionsbüro des Dr. Ing. Max Koenig. Leichtbaukonstruktionen waren der Betriebsgegenstand des 1927 gegründeten Schweizer Unternehmens. 1950 meldet die Chronik eine Portfolio-Erweiterung: Verbindungstechnische Komponenten – unter anderem die Blindniete – werden in das Programm aufgenommen, ab 1970 befasst man sich auch mit Expandern – druckdichten Verschlüssen von Hydraulikbohrungen.
Die Geschäfte in der Wirtschaftswunderzeit liefen gut – 1973 wurde KVT Deutschland als erste Tochtergesellschaft ins Leben gerufen. Allerdings benötigten die expandierenden Geschäfte eine tragfähige Basis – 1988 wechselt das Unternehmen als Debrunner-Koenig Holding für die nächsten 20 Jahre in die Kloeckner Gruppe.
Dann aber lösten sich die Verbindungstechniker aus der Holding – Kloeckner fokussierte zu sehr auf Stahl – und bildeten 2008 über ein Management-Buy-Out der Leitungsebene eine unabhängige Unternehmensgruppe, der nun die Schweizer Verbindungstechnik AG, die deutsche Koenig Verbindungstechnik GmbH, die Koenig Austria GmbH (gegründet 1991), die KVT Polska (2000), die KVT-CZ (2005) sowie die US-Akquisitionen Farmington und Sherex (2007/2008) sowie die KVT-Töchter in Slowenien und der Slowakei (2009) angehören, und strafften ihre Aufstellung am Markt.
„Die neue Ausrichtung unserer Gruppe besteht darin, dass wir die einzelnen Landesorganisationen nunmehr verstärkt zusammenführen, als äußeres Signal vereinheitlichen wir den Namen des Unternehmens, jede Landesgesellschaft wird sich künftig ,KVT-Koenig‘ mit der jeweiligen Gesellschaftsform nennen,“ bringt DI Stephan Puxkandl, CEO der Koenig Austria GmbH, die nunmehr noch stärker auf den Kunden ausgerichtete Unternehmensphilosophie der Gruppe auf den Punkt.
„So wollen wir schon allein optisch näher zusammenrücken und uns dem Kunden verstärkt als internationales Unternehmen präsentieren. Nicht zuletzt können wir über unsere US-Firmen den Nafta-Raum bearbeiten, außerdem wollen wir vom Standort Österreich aus unser Portfolio im gesamten CE-Raum anbieten, wir haben ja bereits Tochtergesellschaften in der Slowakei, in Tschechien sowie Slowenien und sind gerade dabei, Ungarn und Rumänien zu gründen, wobei alle Gesellschaften mit eigenem Personal den Markt vor Ort in der Landessprache bearbeiten beziehungsweise bearbeiten werden.“
Das schon angesprochene Zusammenrücken der einzelnen Landesgesellschaften hat natürlich auch positiven Einfluss auf die manchmal notwendigen speziellen Anwendungslösungen, macht DI Puxkandl klar. „Denn mit dem Zusammenrücken entsteht ein vernetzter Erfahrungspool, auf den alle Zugriff haben. Anstelle des früher lokal koordinierten Portfolios geschieht das nunmehr global.“
Und das, so der CEO, wäre ja für die auszubauende Lösungskompetenz mit den Koenig-Systemen von besonderer Bedeutung. Nicht zuletzt würde die Produktion arbeitsintensiver Produkte aus Kostengründen immer mehr in den Osten verlagert, erfolge zwar die Planung immer noch hier, die Produktion dann aber etwa in Rumänien. Also müsse man auch dort an der verlängerten Werkbank präsent sein.
„Wir haben hier in Asten bei Linz 26 Mitarbeiter, weitere etwa 50 haben ihre Standorte im CE-Raum, wobei mehr als die Hälfte vor Ort beim Kunden agiert.
Unser primärer Kundenkontakt erfolgt über diese unsere Außendienstmitarbeiter, die technisch geschult sind und unsere Kunden anwendungstechnisch beraten. Das heißt, dass wir im Prinzip lösungsorientiert sind. Diese Forcierung der Lösungsorientierung ist die große Veränderung, die unsere Klientel noch verstärkt wahrnehmen wird“, stellt DI Puxkandl fest.
„Der Kunde will zwei Bleche aneinanderfügen, unsere Aufgabe muss es nun sein, die optimale Problemlösung anzubieten. Das umfasst den auch logistisch optimierten Bezug des Verbinders, die optimale Struktur des Arbeitsplatzes von sehr einfachen ergonomisch richtig konzipierten Geräten bis hin zum vollautomatischen Werkplatz, bei dem wir versuchen, die Robotertechnologie mit unseren Maschinen und dem Endkunden zu koordinieren.
So können wir im Endeffekt dem Kunden ein qualitativ hochwertiges und kostenmäßig optimales Produkt anbieten. Denn das zieht sich durch unsere ganze Unternehmensgeschichte: Wir sind keine Nietenhändler, sondern wir bieten dem Kunden immer wieder neue, innovative Produkte, speziell für seinen Anwendungsfall.“

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