07.01.2009
Bau 2009 - Starke Vorzeichen
Metall: Die Bau 2009 wirft ihre Schatten bereits voraus. Sind Sie mit dem Ausstellerinteresse zufrieden?
Geisenberger: Sagen wir lieber: Die „Bau“ sendet ihre Sonnenstrahlen aus, denn: Das Interesse ist so groß wie nie. Wir waren bereits ein Jahr vor Messebeginn nahezu ausgebucht. Einerseits bemühen sich viele neue Unternehmen um einen Platz auf der „Bau“. Und auf der anderen Seite verlangen viele Aussteller, die teilweise schon seit Langem dabei sind, nach mehr Fläche. Das bringt uns leider in die Situation, dass wir nicht alle Wünsche erfüllen können. An der „Bau“ 2009 werden mehr als 1800 Unternehmen aus rund 40 Ländern teilnehmen. Darüber hinaus gibt es eine Liste mit mehr als 200 Unternehmen, die wir derzeit nicht platzieren können. Nur wer sich rechtzeitig vor dem Aufplanungsbeginn anmeldet, kann sicher sein, einen Platz zu bekommen.
Metall: CO2-Reduktion, Energieeffizienz, Klimawandel – alles Reizworte, die die Industrie vor neue Herausforderungen stellt. Sind das Themen, die auch die Bau tangieren?
Geisenberger: Die Energieproblematik ist natürlich das Top-Thema und auf der „Bau“ eines unserer drei Leitthemen. Es geht um energieeffizientes Bauen und die energetische Sanierung des Gebäudebestandes. Praktisch alle Ausstellungsbereiche bieten dazu Lösungen, zusätzlich beschäftigen sich zahlreiche Veranstaltungen des fachlichen Rahmenprogramms mit dem Thema Energie. Unser neues Forum Zukunft des Bauens widmet einen Tag dem Thema Energie und Architektur, an einem zweiten Tag geht es ausschließlich um solares Bauen. Auch die über 50 Vorträge auf dem „Marktplatz Bauen im Bestand“ beschäftigten sich vorrangig mit nachhaltigen Lösungen bei der Sanierung und Renovierung von Gebäuden.
Metall: Die „Bau“ deckt wichtige Aspekte im Objektgeschäft ab. Ist die Messe vor allem im deutschsprachigen Raum Âpositioniert oder sehen Sie sie auch international gut aufÂgestellt?
Geisenberger: Die Messe hat sich zur europäischen Leitmesse für Architektur, Materialien und Systeme entwickelt. Die Unternehmen, die bei uns ausstellen, kommen aus etwa 40 Ländern, die Besucher sogar aus mehr als 140 Ländern. Von den zuletzt 209.000 Besuchern kamen mehr als 36.000 aus dem Ausland. Wir sind international also gut aufgestellt. Unser Ziel ist es, die „Bau“ noch internationaler zu machen, sie zu einer Messe zu entwickeln, die weit über Europa hinaus ausstrahlt. Deshalb waren wir in diesem Jahr erstmals in China, Japan und Korea, um mit Präsentationen vor Ort für die „Bau“ zu werben.
Metall: Welchen Stellenwert hat Österreich für die Messe. Liegen wir gut im Ranking?
Geisenberger: Österreich liegt im Aussteller- und BesucherÂranking seit vielen Jahren ganz vorne, noch vor Italien und der Schweiz. 2009 werden etwa 100 Unternehmen aus Österreich auf der „Bau“ ausstellen und wir rechnen mit etwa 7000 Besuchern aus unserem Nachbarland. Die große Resonanz hat Ânatürlich auch mit der räumlichen Nähe zu tun. Für die meisten Österreicher liegt München näher als für viele Besucher aus Deutschland.
Metall: Welche Änderungen gab es im Vergleich zu 2007?
Geisenberger: Wir haben daher keine radikalen Änderungen vorgenommen, sondern die„Bau“ kontinuierlich weiter entwickelt. So wurden beispielsweise die Hersteller von Schlössern und Beschlägen im unmittelbaren Umfeld von Fenstern und ÂTüren platziert, also in der Nähe ihrer Kunden. Darüber hinaus machen wir zentrale Themen der Bauwirtschaft in verschiedenen Sonderschauen quasi erlebbar. Ein Beispiel ist die Sonderschau „Euro-Vision Fenster und Türen“ in Halle C3. Dort demonsÂtriert das Rosenheimer Fensterinstitut ift den Einsatz von innovativen Fenstern, Innentüren und Bauelementen in unterschiedlichen Regionen – vom Wärmeschutz in Sibirien bis zum Sonnenschutz in Südeuropa. Im Bereich des fachlichen Rahmenprogramms haben wir alle relevanten Themen in drei hochkarätigen Foren konzentriert. Die Foren sind mitten im Messegeschehen platziert und frei zugänglich. Wir versuchen auch, die verschiedenen Besuchergruppen noch gezielter anzusprechen. So wird es am 14. Januar erstmals einen Tag der Wohnungswirtschaft auf der „Bau“ geben. Und die beiden letzten Messetage haben wir als Handwerkertage deklariert.
Metall: Eine Messe ohne Begleitmusik (Rahmenprogramm) ist kaum denkbar. Welche Highlights sind in München geplant?
Geisenberger: Das Rahmenprogramm ist wieder sehr umfangreich, es füllt eine ganze Broschüre. Wieder nutzen zahlreiche Verbände und Institutionen die „Bau“, um Kongresse oder Tagungen abzuhalten. Absolute Highlights sind sicher die angesprochenen Foren. Im Forum „Zukunft des Bauens“ steht jeder Tag unter einem anderen Leitthema wie zum Beispiel Energie und Architektur, Wohnen heute und morgen oder Megacities – Themen, die Architekten, Bauingenieure und Projektentwickler in aller Welt bewegen. Wir erwarten Top-Referenten wie die ÂArchitekten Prof. Albert Speer, Prof. Werner Sobek, Wolf D. Prix, Volkwin Marg, Prof. Thomas Herzog, um nur einige zu nennen. Das Forum „MakroArchitektur“ konzentriert sich auf den Dialog zwischen Architektur und Industrie. Daneben gibt es noch viele andere Veranstaltungen, zum Beispiel den internationalen Kongress des BundesministeÂriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, der sich mit dem Thema Energie und Nachhaltigkeit beschäftigt. In diesem Zusammenhang verleiht Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee erstmals Nachhaltigkeitszertifikate. Einen Überblick über die Veranstaltungen des Rahmenprogramms können sich Besucher der „Bau“ online unter www.bau-muenchen.com verschaffen.
Metall: Werden Zukunftsthemen wie energieoptimierte Fassadengestaltung, Structural Glazing, Dreifach-Isolierverglasung, Multifunktonsglas etc. auf der „Bau“ behandelt?
Geisenberger: Das Thema Energieeffizienz ist das Top-Thema auf der Messe, und zwar quer durch alle Ausstellungsbereiche, auch in den von Ihnen angesprochenen Bereichen Fenster und Glas. Die Zukunft im Neubau gehört Gebäuden, die mehr Energie gewinnen als sie verbrauchen. Und im Altbau geht es um die energetische Sanierung des Gebäudebestandes. Hierzu braucht man innovative Materialien, die im Verbund mit intelligenter Gebäudetechnik die Energieeffizienz erhöhen, also dafür sorgen, dass möglichst wenig Energie verbraucht wird. Diese Thema wird auf der „Bau“ im Vordergrund stehen, praktisch alle Aussteller werden dazu entsprechende Lösungen anbieten.
Metall: Wie schaut die Besuchererwartung aus?
Geisenberger: Wir sind sehr zuversichtlich und haben uns selbst zum Ziel gesetzt, die Marke von 200.000 zu übertreffen. Wir haben unser Möglichstes getan und in der Besucherwerbung die gesamte PR-Klaviatur gespielt. Dazu zählen auch Pressekonferenzen in ganz Europa. Selbst in Japan, Korea, China, Russland und Iran waren wir persönlich vor Ort, um für die „Bau“ zu werben. Diese Märkte gewinnen für die Bauwirtschaft immer mehr an Bedeutung, wir merken das auch seit einigen Jahren an den steigenden Besucherzahlen aus diesen Ländern. Unser Bestreben ist ganz klar, die „Bau“ noch internationaler zu machen. Zuletzt zählten wir rund 36.000 Besucher aus dem Ausland, und zwar aus 145 Ländern. Dieses an sich schon hohe Niveau wollen wir noch toppen. Ob das gelingt, wird sich zeigen und hängt auch von gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen ab.
Metall: Gibt es kostenrelevante Packages für Besucher?
Geisenberger: Unser Partner Servicebroker hat gemeinsam mit der Deutschen Bahn attraktive Reise-Packages zur Messe Âgeschnürt. So kann man beispielsweise von allen deutschen Bahnhöfen, die nicht mehr als 350 Kilometer von München entfernt sind, bereits für 69 Euro zur „Bau“ fahren – das ist möglicherweise auch für Besucher aus Österreich eine interessante Option. Das Angebot gibt es auch in Kombination mit einer ÜberÂnachtung. Mehr dazu findet man im Internet unter www.bau-muenchen.com.

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