08.01.2009
Türen: Dickes Minus
Der Umsatz stürzte 2008 um 30,9 Prozent, die Menge um 32,3ÂProzent, was als direktes Resultat einer geringeren Anzahl an Fertigstellungen zu sehen ist. „Der negative Trend wird noch einige Jahre dauern und den Markt um einige Hersteller bereinigen“, meint Susanna Laurencik von Interconnection.
Dramatische Situation auch in UK
Auch in UK ist eine Baublase geplatzt. Von 2007 bis 2010 wird der Markt insgesamt um 10,9 Prozent zurückgehen und erst dann wird eine erste leichte Erholung erwartet. Etwas weniger dramatisch ist die Lage in Frankreich und Italien, wo der Außentürenmarkt 2008 um 6,1 Prozent bzw. 3,1 Prozent einbricht, was ebenfalls auf die lahmende Baukonjunktur zurückzuführen ist. Während in Frankreich die FertigÂstellungen im Wohnbausektor um 6,2 Prozent zurückgingen, wuchs der Nichtwohnbau um 1,9 Prozent. Hingegen verzeichnen in Italien beide Segmente einen stärkeren Rückgang.
Deutschland – es geht noch tiefer
Der Abwärtstrend des deutschen Marktes geht weiter. Während die Marktgröße im Jahr 2000 über 1,2 Millionen Türen betrug, konnten 2008 nur 0,89 Millionen verÂkauft werden, was unter anderem eine Folge der Streichung der Eigenheimzulage ist. Die gleichzeitige Anhebung der Mehrwertsteuer hat der privaten Renovierung ebenfalls erheblich geschadet. Auch die Baugenehmigungen im Wohnbausektor sind eingebrochen und gingen im Jahr 2007 um 27,4 Prozent zurück. In den kommenden Jahren wird sich der Markt langsam erholen. Fast 5-prozentige Wachstumsraten im Nichtwohnbausektor sind vorausgesagt, während der Wohnbau mehr Zeit brauchen wird, um sich zu erholen. Parallel zur Bauindustrie ist der Außentürenmark in Polen in den letzten sieben Jahren im Schnitt um 3,1 Prozent gewachsen. 2008 ist mit einem Wachstum von 9,7 Prozent ein Freudenjahr, an das in Zukunft nicht angeschlossen werden kann. Bis 2010 wird sich das durchschnittliche Wachstum auf 5,6ÂProzent pro Jahr reduzieren.
Mediterrane Länder bevorzugen Holz
Die Materialpräferenzen zeigen starke regionale Unterschiede. Die meditarrenen Länder Spanien, Italien und Frankreich zeigen eine besondere Präferenz für Holz, das einen Anteil von 45,3 bis 64,8 Prozent hat. Deutschland und Polen haben einen besonders hohen Anteil von PVC-Außentüren mit einem Anteil von jeweils zirka 40ÂProzent, was auf die starke PVC-Fensterindustrie in diesen Ländern zurückzuführen ist. Metallaußentüren sind eine Domäne des Nichtwohnbaus, wo die Marktanteile zwischen 20,3 und 34,6 Prozent liegen. Generell sind die Materialverteilungen in den einzelnen Segmenten relativ stabil und ändern sich vor allem mit dem Auf und Ab des Wohn- bzw. Wirtschaftsbaus.
Hoffnung für die Zukunft?
Der Neubau wird in den nächsten Jahren für keinen Wachstumsimpuls am AußenÂtürenmarkt sorgen, daher ist die Kreativität der Hersteller gefragt. Durch InnoÂvationen im Bereich Sicherheit und Elektronik sowie verkürzte Lebenszyklen durch innovatives Design kann es gelingen, einen Teil des Marktrückgangs aufÂzufangen.

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