Prototyp eines Entladeroboters mit Luftmuskel
17.03.2009
Schlichten mit Gefühl
Zwei MC-Partnerunternehmen und ein KC-Partnerunternehmen haben einen Roboter entwickelt, der auf „Gefühl“ und „Kontakt“ reagiert. Diese „Staplerhilfe“ fühlt somit den Widerstand und passt die ausgeübte Kraft automatisch an. Damit ermöglicht die neue Technologie erstmals eine nachgiebige Konturenverfolgung mit definiertem Anpressdruck. Die Firma SPG stellt Maschinen für die Erzeugung von Profilen her. Diese Profile werden auf Extrusionsmaschinen hergestellt und dabei automatisch auf Stücke von sechs Metern Länge gekürzt. Um den Platz in den Containern optimal nutzen zu können, müssen Profile unterschiedlichsten Querschnitts möglichst dicht in Paletten geschlichtet werden. Je nach Profilart kann das bedeuten, dass die Profile um ihre Längsachse gedreht werden müssen, um sie ineinander zu verzahnen.
Dieser Vorgang war bisher wirtschaftlich nicht automatisierbar, weil sich die Profile aufgrund der ungleichen Querschnitte unterschiedlich stark durchbiegen. Außerdem besteht die Notwendigkeit, diese weichen Teile zu wenden und sie „sanft“ anzudrücken, um eine möglichst dichte Schlichtung zu erreichen. Automatisierungsversuche haben sich bisher immer auf herkömmliche Roboter beschränkt, die aber aufgrund ihrer Konstruktion nicht einsetzbar sind. Die bisher einzige Alternative dazu ist eine Sondermaschine, die jedoch wegen des Platzbedarfs und der Kosten nicht wirtschaftlich genutzt werden konnte.
Nachgiebiger Roboter
Mit der Technologie der Firma FerRobotics steht hingegen eine Technologie zur Verfügung, die für eine Aufgabe dieser Art bestens geeignet ist. Der Roboter ist aufgrund eines pneumatischen Antriebs nachgiebig. Dieser „Luftmuskel“ ist auch für den Namen „AirCules“ Pate gestanden, unter dem er am Markt erhältlich sein wird. Der Roboter ist sehr einfach zu programmieren, da er freie Plätze in der Palette von selbst „erfühlen“ kann.
Drei Partner – drei Kompetenzen
Um bei diesem MC-Projekt ein optimales Ergebnis erzielen zu können, brachte jeder der beteiligten Partner sein Know-how ein. Die Firma FerRobotics – ein Spin-off des Robotik-Instituts der Universität Linz – entwickelte und implementierte das Regelungskonzept und die dafür notwendige Software. Die Firma SPG übernahm die mechanische Konstruktion und Fertigung dieses Konzepts und das Institut für Robotik Universität Linz war für Teile der Modellbildung und des Reglerentwurfs zuständig.
Serienprodukt „AirCules“
Schon gegen Ende der Projektlaufzeit wurde der Prototyp potenziellen Kunden vorgestellt. Der Stapler ist auf großes Interesse gestoßen, insbesondere die Nachgiebigkeit des Antriebs und der damit zu erwartende geringere Aufwand für Sicherheitseinrichtungen. Aufgrund dieser positiven Reaktion und der hervorragenden Zusammenarbeit während der Projektlaufzeit wird der Stapelroboter mit den „Luftmuskeln“ von den Firmen SPG und FerRobotics gemeinsam vom Prototypen zum Seriengerät weiterentwickelt. Innerhalb des nächsten halben Jahres wird er auf den Markt gebracht und in mehreren Varianten – als Grundgerät und mit optionaler Zusatzfunktionalität – angeboten.

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