WIFI-Kurator Ing. Hermann Haslauer
17.03.2009
Qualifizierungsoffensive für Metallarbeitskräfte
Das MET-Ausbildungszentrum befindet sich in der Estermannstraße 9 in Linz in der ehemaligen Peugeot-Leischko-Auslieferungshalle.
Das MET-Ausbildungszentrum hat eine verbaute Fläche von 1500 m². Die Parkplätze und Freiflächen haben weitere 1850 m². Darin befinden sich 45 Schulungsplätze für Metallgrundlagen, bestehend aus Werkbank, Schraubstock, Feilen und Messgeräte, neun für Drehen, neun für Fräsen, 16 für CNC, 18 für Schweißen, acht für EDV und 32 für Theorie. Bis Ende Dezember werden bereits 132 Teilnehmer mit 22 Trainern in diesem Gebäude die Schulungen absolvieren bzw. absolviert haben. Spezielle Thematiken wie Elektrotechnik, Mechatronik, Hydraulik, Pneumatik und Schmieden werden im WIFI-Haupthaus durchgeführt. Bis August 2009 (erstes Projektjahr) sind 272 Teilnehmer für eine Ausbildung im Metallausbildungszentrum Linz vorgesehen.
WIFI Oberösterreich hat vom AMS Oberösterreich Zuschlag bekommen
Das Projekt „Metallausbildungszentrum“ wurde vom AMS Oberösterreich ausgeschrieben. Das WIFI Oberösterreich hat angeboten und den Zuschlag zur Durchführung bekommen. Das WIFI investierte in den Standort rund 650.000 Euro in Maschinen und Geräte. Weitere 100.000 Euro wurden in das Gebäude und in die Infrastruktur investiert. „Eine Ausbildung in unserem Zentrum ist ausschließlich nach Zuweisung der zuständigen AMS-Regionalgeschäftsstellen möglich. Diese Regionen sind Linz, Traun, Freistadt, Kirchdorf, Perg, Rohrbach und Steyr. Weitervermittelt werden die Teilnehmer durch die Unterstützung und Begleitung der Coaches und Bewerbungstrainer während der Ausbildung und verstärkt am Ende der Ausbildung“, erklärt Haslauer.
Einwöchiges Auswahlverfahren im WIFI Linz
Im Metallausbildungszentrum Linz können wahlweise verschiedene Ausbildungsschienen im Rahmen eines modularen Systems absolviert werden. Die jeweiligen AMS-Regionalgeschäftsstellen laden interessierte Personen zu einem einwöchigen Auswahlverfahren im WIFI Linz ein. Hier wird durch zahlreiche theoretische und praktische Überprüfungen die Eignung für eine Tätigkeit in einem metallverarbeitenden Beruf festgestellt. Dabei arbeiten die Teilnehmer bereits mindestens eineinhalb Tage in der Werkstatt. Die zertifizierten und erfahrenen Metall-Fachtrainer betreuen und beurteilen die Teilnehmer während dieser Woche. Parallel dazu werden von Sozialpädagogen und Coaches Einzelgespräche und Gruppeninteraktionen durchgeführt, um das Interesse und den soziaÂlen Hintergrund jeder teilnehmenden Person zu erfahren. Sind die drei wesentlichen Voraussetzungen Eignung, Motivation und soziale Absicherung erfüllt, dann kann mit der modularen Ausbildung begonnen werden. Immer wieder kommt es allerdings vor, dass Kandidaten an der sprachlichen Hürde scheitern, hier hilft parallel zur Ausbildung Nachhilfe in Deutsch, die aber keinen vollständigen Deutschkurs ersetzen kann. Nach erfolgter Aufnahme beginnt jede Ausbildung mit dem sechswöchigen Grundmodul. Dieses ist verpflichtend zu absolvieren und hat den wesentlichen Zweck, die Teilnehmer mit allen nötigen Basiskenntnissen auszustatten. Inhalte wie Sicherheitsrichtlinien, Normschrift, Fachrechnen, Fachzeichnen, Werkstoffkunde, die praktische Arbeit in der Werkstatt, am Schraubstock, aber auch die Organisation des Arbeitsplatzes werden vermittelt und auf einen fundierten gemeinsamen Nenner gebracht. Regelmäßige Lernzielkontrollen und Feedbacks begleiten diese sechs Wochen und erhöhen die Motivation. Nach positiver Absolvierung des Grundmoduls gibt es nun mehrere Ausbildungsmöglichkeiten. Der Teilnehmer wählt aus verschiedenen Modulbausteinen seinen individuellen Ausbildungsweg, der bis zum Lehrabschluss gehen kann, oder auch lediglich ein oder mehrere WIFI-Zertifikate umfasst.
Folgende Fachmodule stehen im Metallausbildungszentrum Linz zur Auswahl:
Drehen I und Fräsen I (jeweils drei Wochen): Nach Absolvierung der Module „Metallgrundlagen“, „Drehen I“ und „Fräsen I“ sowie Ablegung einer theoretischen und praktischen Prüfung wird das Zertifikat „MetallbearbeiterIn“ erworben. Weiters haben die Teilnehmer mit bestandener Prüfung nun die Möglichkeit, das Fachmodul „CNC I“ oder das Fachmodul „Drehen und Fräsen II“, zu besuchen.
CNC I (sechs Wochen): Nach Ablegung einer theoretischen und praktischen Prüfung Erwerb des Zertifikates „CNC-MaschinenbedienerIn“. Weiters haben die Teilnehmer mit bestandener Prüfung nun die Möglichkeit, das Fachmodul „CNC II“ zu besuchen.
CNC II (sechs Wochen): Nach Ablegung einer theoretischen und praktischen Prüfung Erwerb des Zertifikats „CNC-TechnikerIn“.
Elektroschweißen I und II: Vorbereitung und Absolvierung einer EN-Prüfung mit Zertifikat
MAG-Schweißen I und II: Vorbereitung und Absolvierung einer EN-Prüfung mit Zertifikat
MIG-Schweißen: Vorbereitung und Absolvierung einer EN-Prüfung mit Zertifikat
WIG Schweißen: Vorbereitung und Absolvierung einer EN-Prüfung mit Zertifikat
Gasschmelzschweißen I und II: Vorbereitung und Absolvierung einer EN-Prüfung mit Zertifikat
Facharbeiter-Kurzausbildungen: Ausbildung zum Metallbearbeitungstechniker, zum Zerspanungstechniker oder zum Universalschweißer. Die individuelle Lehrausbildungszeit umfasst mindestens 18 Monate. Je nach Lehrberuf werden innerhalb dieser Zeit sämtliche erforderliche Fachmodule absolviert. Zusätzlich werden alle relevanten theoretischen und praktischen Kenntnisse und Fertigkeiten innerhalb von Spezialmodulen erlernt.
Dazu gehören etwa vertiefende Metallgrundlagen, Fachrechnen und Fachzeichen, Werkstoffkunde, Elektro-Grundlagen, Pneumatik, Hydraulik, Schmieden, Betriebspraktika, Fachdeutsch, ÂFachenglisch, Allgemeinbildung, EDV und Kommunikation. Begleitend steht für alle Kursteilnehmer im Metallausbildungszentrum Linz permanent eine sozialpädagogische Betreuung („Coaching“) zur Verfügung, darüber hinaus ist die aktive Jobsuche und das Erstellen einer individuellen Bewerbungsstrategie wesentlicher Bestandteil vor Kursende, um die Integration in den Arbeitsmarkt zu erleichtern und zu fördern.

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