27.05.2009
Pessimismus geht zurück, aber keine Entwarnung
Nicht überraschend, sind in den letzten Monaten die ermittelten Salden zur Produktionserwartung und momentanen Produktion stark zurückgegangen. Die Werte im ersten Quartal 2009 haben den Negativtrend in der Produktionserwartung erstmals gestoppt. Für eine Entwarnung ist es aber noch zu früh. Für den hier dargestellten Zeitraum 2000 bis 03/2009 ist die ausgeprägte und lang anhaltende Boomphase in der Maschinen- und Metallwarenindustrie charakteristisch (viele Datenpunkte). Auffallend positiv sind beispielsweise die Werte für Februar und August 2007. Während der Auf- und Abschwungphasen „tickte“ die Konjunktur-Uhr wesentlich schneller in Richtung Boom bzw. Rezession. Dieser schnelle Durchlauf lässt sich an der geringeren Anzahl von Datenpunkten in Auf- und Abschwungphasen ablesen. Grund dafür ist der relativ kurze Zeitabstand, in dem die tatsächliche Produktion den Erwartungen folgt. Der Konjunkturrückgang 2001/Â2002 ist beispielsweise am Dezemberwert für 2001 gut erkennbar. Relativ rasch hat sich die Stimmungslage damals aber in den Folgemonaten wieder in Richtung Aufschwung und Hochkonjunktur bewegt. Auffallend ist im Vergleich dazu das ungleich größere Ausmaß der aktuellen Rezession, die Datenpunkte der letzten Monate finden sich weit jenseits des vorangegangenen Konjunkturzyklus. Gut erkennbar ist die Entwicklung der letzten Monate: Im Herbst fiel die Stimmungslage sowohl zur Produktionserwartung als auch zur derzeitigen Produktion, die Abschwungphase wurde im Eiltempo durchlaufen und die Branche befindet sich mittlerweile klar im Rezessionsbereich.
Eine klassische Abschwungphase war also kaum zu beobachten, die Branche ist mit hohem Tempo in Richtung Rezession gerast. Anlass zur Hoffnung geben die aktuelle Werte für das erste Quartal 2009: Zwar ist der Produktionsrückgang ungebremst, die Erwartungshaltung hat sich aber im Vergleich zu den beiden Monaten November und Dezember 2008 gebessert. Weiterhin befinden sich die aktuellen Datenpunkte aber fern der Nulllinien, das spricht für einen außerordentlich stark ausprägten Zyklus. Die Rundwanderung entlang der Konjunktur-Uhr weist in der momentanen Situation weiterhin eine starke Tendenz nach links auf (also stärker zurückgehende aktuelle Produktion). Der 2009 angedeutete positive Trend in der Erwartungshaltung hält die Branche momentan auf Kurs. Sollte sich diese Entwicklung in den nächsten Monaten fortsetzen, entfernen sich die Datenpunkte wieder vom „Rezessions-Eck“. Die Hoffnung auf das Einsetzen einer Erholungsphase würde damit ein Stück näher rücken.
aus: Metall 5/09, S. 32

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