24.06.2009
Die Hoffnung lebt
Die Fenstermärkte schrumpfen 2009 in allen deutschsprachigen Ländern. Deutschland ist mit einem Rückgang von 9,0 Prozent am stärksten betroffen. Diese Prognose beinhaltet schon Wachstumsimpulse der jüngst verabschiedeten Konjunkturpakete. Wesentlich weniger dramatisch ist die Lage in Österreich und der Schweiz, wo hohe Anreize für thermische Sanierung, Reallohnzuwächse und somit noch stabile Konsumausgaben den Einbruch am Neubau lindern und die Rückgänge auf 4,9 Prozent bzw. 4,2 Prozent für 2009 eindämmen.
Kombinationsfenster zeigen Flagge
Trotz ähnlichen Klimas gibt es in den drei untersuchten Ländern erhebliche Unterschiede bei den Rahmenmaterialien. Kombinationsfenster – meist aus Holz-Alu aber auch immer mehr aus PVC und Aluminium – sind die klaren Gewinner. In Österreich mit einem Anteil von 15,7 Prozent, in Deutschland 7,9 Prozent und in der Schweiz 28,2 Prozent. Aluminium ist in Österreich nur ein Nischenprodukt für den Nichtwohnbau mit einem Mengenanteil von 14,1 Prozent, während in Deutschland in diesem Segment der Anteil mit 44,7 Prozent wesentlich höher ist. Holz ist zwar öko, bereitet aber den Konsumenten viel Arbeit, daher fällt der Anteil schon seit Jahren, so z. B. in Deutschland von 24,6 Prozent im Jahr 2000 auf prognostizierte 18,3 Prozent 2012.
Renovation bleibt Wachstumsmotor
Mit Rückgängen bei den Baugenehmigungen im Wohnbau 2008 von minus 0,9 Prozent in der Schweiz bis minus 6,8 Prozent in Österreich fällt der Neubau als Wachstumsmotor für den Fenstermarkt vollkommen aus. Trotz sinkender Zinsen ist die Finanzierung von Neubauten schwieriger geworden; das verschärfte wirtschaftliche Umfeld ist ein weiterer Dämpfer für einen regeren privaten Wohnbau. Daher steigt der Anteil der Renovierung in allen Ländern und beträgt 2008 bereits 57,5 Prozent.
Die Renovierung ist auch das Segment, das am meisten von den diversen Konjunkturpaketen und vom Energiepass profitiert. Der Austausch von Klimasündern durch NiedrigÂenergiefenster wird vom Staat in Deutschland und Österreich gefördert und führt auch zur Verwendung von höherwertigen Fenstern. Nur die derzeit massiv gesunkenen Energiepreise können diesen Trend etwas abschwächen. 2012 sollen in Deutschland schon 55,1 Prozent in bereits bestehende Häuser eingebaut werden.
Eine nachhaltige Erholung am Fenstermarkt ist nicht vor 2011 zu erwarten. Trotz der „Abschaffung des Geldes“ durch Konjunkturpakete geht Interconnection auch 2010 von einem rückläufigen Fenstermarkt aus, jener in Österreich etwa um 3,3 Prozent. 2011 ist Licht am Ende des Tunnels zu erwarten, und sowohl Neubau als auch Renovierung zeigen eine steigende Wachstumsrate. Das höchste Wachstum 2011 wird für Deutschland mit 6,4 Prozent prognostiziert. www.interconnectionconsulting.com

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